Tag 4: Training bei Shihan Masamitsu
13 07 2008
Der Tag ging los wie immer. Frühstück bei New Yorker. Essen für Zahnlose, dafür guten Kaffee. Für 14:00 Uhr hatten Olaf und Sandra noch eine Verabredung im Hombu-Dojo mit Hanshi, Sven und ich hatten gestern eine Einladung von Masamitsu-San zum Training in seinem Dojo bekommen. Daher haben wir uns nur was kurzes vorgenommen. Frisch gestärkt ging es nach Harajuku in den Yoyogi-Park. Im Yoyogi-Park treffen sich Sonntags Familien, Freunde und Japaner, die sich anders anziehen als andere. Da es noch etwas früh war (11:00) sind wir die Hauptgeschäftsstraße in Richtung Omote Sando gelaufen.
Überrascht wurden wir von einer riesigen Warteschlange (ich schätze mal so ca. 300m, die ordentlich von Sicherheitskräften aufgeteilt wurde, damit die Übergänge zu den Straßen frei waren. Das neue iPhone 3G von Apple wurde verkauft (Zur Beruhigung für Fanboys: Es ist hier genauso teuer wie in Deutschland). Apropo Sicherheitskräfte: Wenn ein Loch in der Straße repariert wird, steht am Anfang der Baustelle eine Sicherheitskraft mi blinkender Weste und Leuchtstab, am Ende eine und vor dem Loch eine und hinter dem Loch auch eine. Wenn man dort lang geht, kriegt man freundlich den Weg gewiesen und alle bedanken sich, dass man an dem Loch unbeschadet vorbeigeht. Böse Zungen sagen noch, sie entschuldigen sich für das Loch, dass es nun ausgerechnet in meinem Weg ist.
Weiter in Richtung Omote Sando gab es jede Menge große Markenläden, die sich in archtektonisch interessanten Gebäuden befanden. Man merkt deutlich, das Japaner sehr markenbezogen sind.

Zurück ging es über die Takeshita Dori, eine bunte Straße mit viel Leben und kleinen Shops mit allerlei Krimskrams für Japaner, die in ihrer Freizeit anders sein wollen als die anderen. Hier war es gewohnt laut und hektisch.



Da Olaf und Sandra zu ihrem Date mussten, sind Sven und ich alleine zum Yoyogi-Park gegangen. Hier fand man alles: Anders angezogene Menschen, am Rand des Parks jede Menge Rockbands, die im Abstand von 20m die Leute zudröhnten, im Park Tänzer, die sich nach Rock'n Roll Music bewegten, die eine Tanznummer einstudierten oder mit Nunchakus trainierten.
Mit der Tozai-Line (Metro) sind wir dann rausgefahren nach Urayasu, um bei Masamitsu-San zu trainieren. Ein Schüler von Masamitsu Hakuma-San hat uns abgeholt (Erkennungszeichen: Koshiki T-Shirt). Wir waren aber auch nicht zu verfehlen als die einzigen Gaijin dort in der Gegend. Das Dojo war eine angemietete Budo-Halle mit Tatamis ausgelegt, aber genauso heiss wie das Hombu-Dojo. Bei der Gelegenheit haben wir auch gleich Nick King vom australischen Koshiki-Verband kennengelernt.


Bei unserer Ankunft trainierten noch Kinder, ich schätze mal 4-12 Jahre alt. Wir durften mit den großen Kindern Gokyo No Ippon-Kumite üben. Unser Training war gut, Schwerpunkt Koshiki-Kumite und freies Arbeiten. Danach waren die Anzüge durchgeweicht.
Masamitsu-San hat Nick&Frau, uns und noch 2 Freunde zum Abendbrot nach Hause eingeladen, das passiert bei Japanern auch nicht so oft. Seine Frau Aki hat Sukiyaki zubereitet, ein flacher Topf mit Heizplatte steht in der Mitte des Tisches, darein kommt allesmögliche: Gemüse, Nudeln, Tofu, Fleisch,... und wird gegart in einem Sud aus Sojasoße. Man nimmt sich etwas aus dem Topf und tunkt es in rohes Ei und ißt es dann. Aki war die ganze Zeit damit beschäftigt, das Essen zuzureichen, als wir dann einigermaßen gesättigt waren, konnte sie auch essen. Das ist so in Japan. Es war ein sehr netter und leckerer Abend.Kategorien : Japan
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