Tag 6: Fischmarkt, Waschen, Treffen mit Namekata-San
15 07 2008
Ich weiss nicht, was uns geritten hat, aber wir haben uns entschlossen, Dienstag morgen zum Fischmarkt zu fahren. Die beste Zeit ist ca. 5:00 Uhr morgens. Sonst bin ich ja Frühaufsteher, aber Dank Training und der Wärme schlafe ich hier etwas länger. 4:00 Uhr aufstehen, 4:30 Uhr auf dem Weg zur Takadanababa Station, rein ins Taxi (Bahnen fahren noch nicht um diese Uhrzeit) und auf zum Tsukiji Fish Market. Um diese Uhrzeit ist noch nicht viel los in Tokyo. Das Taxi kam zügig durch.
Auf dem Fischmarkt angekommen, mussten wir uns erstmal orientieren. Tokyo ist groß, dementsprechend ist auch der Fischmarkt groß. Und laut. Und hektisch. Hier werden die großen Thunfische versteigert, von den Zwischenhändlern weiterverarbeitet und von Fischhändlern dann gekauft.









Das Treiben auf dem Markt ist Wahnsinn. Ständig musste man zur Seite springen, weil Leute mit Ameisen und Karren ständig irgenwohin was liefern mussten. Es gibt gekühlte Hallen, wo die großen Fische versteigert werden. Die Händler laufen um die tiefgekühlten Fische herum und nehmen Proben, kneten sie, prüfen die Konsistenz und Farbe. Dann kommt der Auktionator läutet mit viel Geschrei und Geläut die Auktion ein und versteigert einzelne Fische. Das ganze dauert vielleicht 5 min. Dann werden die Fische sofort ausgeliefert an die Händler, die ihre Stände vor der Auktionshalle haben. Dort werden sie dann portioniert und weiterverarbeitet. Die Vielzahl an Meeresgetier und Fischen war schon beeindruckend.
Da wir noch nicht gefrühstückt hatten, haben wir die Gelegenheit gleich genutzt und sind frischen Sushi essen gegangen. Die kleinen Restaurants sind auch gleich auf dem Fischmarkt, d.h. der Fisch nimmt ganz kurze Wege. So ein Sushi ist natürlich etwas teurer als ein Kaiten-Sushi vom Band, aber das lohnt sich auch. Lecker.
7:00 Uhr morgens sind wir dann wieder nach Baba, um Sachen zu waschen und auszuschlafen. In Tokyo gibt es nur Kaltwaschmaschinen. Wenn man auf Holzboden trainiert und schwitzt, bleibt leider vom Boden etwas in den Anzügen, das kiregt man leider nicht mehr raus mit kaltem Wasser. Das ist aber hier nicht so schlimm, weil ja alle das Problem haben.

Am Abend haben Sandra, Olaf und ich uns mit Namekata-San getroffen, der uns in ein japanisches Restaurant eingeladen hat. Wir hatten viel Spass, haben gute Gespräche geführt, reichlich gegessen und getrunken. Es ist immer wieder interessant, wie die Gepflogenheiten im Umgang mit Gästen sind und speziell dann noch, wenn Rangordnungen zu beachten sind (Wer gibt wem was auf den Teller, wann darf man selber etwas nehmen, .... Immer wieder spannend und Fragezeichen aufwerfend. Anschließend waren wir noch in einem Pub, haben noch etwas mit Namekata-San getrunken und obwohl wir schon richtig satt waren, hat er wieder etwas zu Essen bestellt.

Auf dem Nachhauseweg hat Sven dann noch angerufen, er wäre in Shinjuku mit seinen Kollegen, ob wir noch auf ein Bier rumkommen. Klar, Olaf und ich haben uns in die nächste Bahn geworfen und sind nach Shinjuku gefahren. Um die Uhrzeit (22:00 Uhr) kann man jede Menge betrunkene Männer und Frauen sehen. Japanerinnen sind ja oft schon laut, wenn sie erzählen und kichern, aber wenn sie betrunken sind, wird es schon übel. In Japan gehen die Männer nach der Arbeit häufig nicht nach Hause, sondern mit Kollegen erstmal in die nächste Kneipe. Gegen 23:00 Uhr werden dann die Bürgersteige hochgeklappt und dann geht es betrunken nach Hause. Die Bahnen sind um die Zeit richtig voll, nicht nur die Leute.Kategorien : Japan
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